Coronus

 

      Gaia_in_Fog
„Coronus“ im März 2020, thomas rees

 

Eiche, Alter ca. 200 Jahre, Höhe 3,85 Meter, Gewicht 3,5 Tonnen – derzeit noch in Arbeit!

„Coronus“

Im 14. Jahrhundert raffte der „Schwarze Tod” fast die Hälfte der Menschen Europas hinweg. 25 Millionen Menschen starben an der wohl bekanntesten Seuche, der Beulenpest. Über Handelswege aus Asien eingeschleppt wurde sie wahrscheinlich von den damals überall präsenten Ratten verbreitet. Die Prophezeiungen der Bibel schienen wahr geworden zu sein und das Ende der Welt bevorzustehen. Die Menschen waren ohnmächtig, verzweifelt, ohne Hoffnung und sahen darin eine Strafe Gottes.

In unserer aufgeklärten, globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts ist der „Schwarze Tod” Geschichte aus dem dunklen Mittelalter und längst keine Bedrohung mehr. Und doch gibt es auch heute unterschwellig Unsicherheit und Ängste. Zum einen vor den Konsequenzen des eigenen Schaffens, zum anderen vor neuen, unberechenbaren, weltumspannenden Krankheiten…

Nun schreiben wir das Jahr 2020, der weltweite Handel blüht, die Börsenwerte steigen seit Jahren, trotz Unmengen CO², Erderwärmung, Umweltverschmutzung, Kriege, Flüchtlingskrisen, – einem Großteil der Welt geht es richtig gut. Party, Konsum, Freizeit, alle Freiheiten. Das Hamsterrad läuft gut geschmiert und man hat alles im Griff.  Ein Hoch auf die Globalisierung. Demut ist ein fast vergessenes Wort.

Ein Ereignis, scheinbar ganz weit weg auf einem Fischmarkt in China, verändert alles in unglaublich kurzer Zeit -.

Die Skulptur „Coronus , stellt einen Pestarzt aus längst vergangenen Zeiten dar, mit Schutzmaske und Schutzmantel – und er birgt in sich die bittere Erkenntnis, dass die fortschrittliche Menschheit im 21. Jahrhundert auch nicht viel mehr zu bieten hat.

Thomas Rees

Im März 2020

 

„Coronus“, Ostern 2020, Thomas Rees

Corona-Virus

ein winziges Stück RNA

erinnert die Krone der Schöpfung

an ihre Sterblichkeit

alle Welt gerät in Panik

man hatte das tatsächlich vergessen

Andreas Knapp


 

Bilder der Entstehung