der letzte Säger

der letzte Säger

in Kichzarten-Zarten auf dem Platz der Alten Säge 

      der letzte Säger - Thomas Rees
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„Enthüllung des Sägers“ am 1. August 2026 auf dem Platz der Alten Säge in Zarten
Marco Hauser – Ansprache bei ber feierlichen Einweihung

 

 

 

„Der letzte Säger“

Ein mächtiges Stück Weißtanne, 180 Jahre alt—eine Geschichte, eingeschrieben in seine Jahresringe, die nun in kunstvoller Form weiterlebt.

Kaum ein Sägewerk hätte sich dieses unförmige, riesige Stück Weißtanne gewünscht—zu schwer, zu groß für die herkömmlichen Maschinen. Doch anstatt in gesichtslose Spanplatten zerschnitten zu werden, wurde dieses Stück Baum bewahrt—nicht nur als Material, sondern als Botschaft in Form einer Skulptur. Auf den Kopf gestellt und in seiner natürlichen Wuchsform großzügig belassen, zeigt sie den ausgeprägten Wimmerwuchs und den breiten Wurzelanlauf. Sie erzählt von der Härte der Arbeit und der Widerspenstigkeit des Holzes. Der Herrgott mag wohl bei den wüsten Flüchen der Holzarbeiter angesichts der Schinderei mit solch unförmigen Bäumen gnädig weggehört haben, zumal ihm dadurch so manches zur Ehre geschaffen wurde.

Die Zeit schreitet voran, die Technik macht vieles überflüssig—auch die Alte Säge. Gesägt wird nun irgendwo. Roboter und KI-Steuerungssysteme übernehmen gefühllos die Arbeit und liefern nun weiter Balken, Bretter, Latten — wie früher, viel für das Leben und dann noch ein paar Bretter für den Tod.

Freudig, mit der Feile in der Hand, bereit die Sägezähne noch einmal zu schärfen— so steht sie nun auf dem Platz der Alten Säge, von dem aus 200 Jahre lang unzählige Baumstämme auf den Weg durch das Sägegatter geschoben wurden.

Das Wasser verplätschert am großen Rad, sonst ist es ruhig geworden, aber wenn der Wind durch die Skulptur streicht, scheint sie Geschichten zu erzählen—Geschichten von geschickten Händen, von Schweiß und Mühe, von vergangenen Zeiten, in denen Holz kostbar war und mit großer Ehrfurcht behandelt wurde. 

Vielleicht ermutigt die Skulptur „Der letzte Säger“, in einer Welt des ständigen Wandels den Wert von Geschichten, Handarbeit und das Erbe der Vergangenheit immer wieder neu zu entdecken und zu bewahren.

 

Thomas Rees im Juni 2025

 

 

Das Wasser verplätschert am großen Rad, sonst ist es ruhig geworden……

Historisches Gebäude  Alte Säge  Alte Säge,  79199Kirchzarten – Zarten

Die rund 200 Jahre alte Sägerei befindet sich seit mehr als 150 Jahren im Besitz der Gemeinde Kirchzarten.

Die Alte Säge in Zarten ist zu einem Schmuckstück geworden. Dank der vielen Fördertöpfe des Denkmalamtes, dem überdurchschnittlichen Einsatz der örtlichen Vereine und nicht zuletzt auch der Gemeindeverwaltung hat Zarten mit der „Alten Säge“ einen Ort der Begegnung und der Gemeinschaft bekommen.  Weiteres dazu

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Der Herrgott mag wohl bei den wüsten Flüchen der Holzarbeiter angesichts der Schinderei mit solch unförmigen Bäumen gnädig weggehört haben …..

 

Weißtanne, 4,2 Meter hoch, oben etwa 1,2 Meter Durchmesser