Eine lebendige Krippe unter freiem Himmel
Wer den etwa zwei Kilometer langen Fußweg hinauf zum Pfeiferbergsattel auf sich nimmt, lässt den Alltag Schritt für Schritt hinter sich. Oben angekommen, öffnet sich ein Raum des Staunens: Neben den ausdrucksstarken Holzskulpturen hauchen lebendige Tiere der Szenerie eine friedliche, greifbare Realität ein. Es ist eine Einladung zum Innehalten, zum Nachdenken und zum stillen Verweilen am wärmenden Feuer.
Neue Weihnachtsattraktion von Thomas Rees auf dem Pfeiferberg
Nachdem der Orkan Lothar an Weihnachten 1999 auch oberhalb von Freiburg-Kappel riesige Waldflächen vernichtet hatte, schuf der Kappeler Holzkünstler Thomas Rees am Pfeiferberg aus urigen Baumstämmen und weiterem Abfallholz erstmals eine Naturkrippe mit lebenden Tieren (Ochs, Esel und Schafe) vom benachbarten Bauernhof. Viele tausend Menschen wandern seitdem alljährlich zur Weihnachtszeit dorthin, um die immer wieder ergänzte weihnachtliche Attraktion zu bestaunen. Gut besucht von Kindern und Erwachsenen sind auch die dort veranstalteten Krippenfeiern.
Für dieses Jahr hat sich Rees etwas ganz Neues einfallen lassen. Eine mächtige, teils verwitterte Bergahorn, die aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste, ließ er zum Pfeiferberg transportieren. An dem mächtigen Stamm, der sich oben in zwei Äste verzweigt, modellierte er auf einer Gesamthöhe von über sechs Metern die ganze biblische Geschichte. Ganz oben erkennt man den Kampf der Engel mit dem Sieg Michaels über Luzifer. Aus dem Alten Testament folgt dann unter anderem die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Eine weitere Szene zeigt, wie Kain seinen Bruder Abel erschlägt. Auch die Arche Noahs wurde nicht vergessen. In Augenhöhe folgen die wichtigsten Ereignisse aus dem Neuen Testament: Maria und Josef mit dem Kind, die Heiligen Drei Könige, die Kreuzigungsszene auf Golgatha und schließlich als Osterszene das leere Grab. Noch viele weitere bekannte und geheimnisvolle Darstellungen hat Rees in den Stamm geschnitzt, die er gerne vor Ort erläutert. – Was er oben zwischen den beiden mächtigen Astgabeln nicht selber schuf, aber sorgfältig hegt und pflegt, deutet er selbst als Sieg des Lebens über den Tod: Dort keimte im vermoderten Laub ein neues Bäumchen. Man darf gespannt sein, ob die Zweige im nächsten Frühjahr neue Blätter treiben.. Dann allerdings muss das Kunstwerk die Bergwiese verlassen, da ein weiterer Besucherstrom die landwirtschaftliche Nutzung verhindern würde. Auch in diesem Jahr finden auf dem Pfeiferberg wieder Krippenfeiern statt: am 1. Weihnachtstag (25. Dezember), am Sonntag, 28. Dezember und am Dreikönigsfest, 6. Januar, jeweils um 16.30 Uhr.
Hans Lipp


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